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Filmbranche boomt ...
... drinnen wie draußen. Während 2009 mehr Filme illegal durch die globalen Datenleitungen flutschten als jemals zuvor, konnten die Urheber dieser Streifen aller Untergangsstimmung zum Trotz mit 10 Milliarden US-Dollar Umsatz ihr Rekordjahr schlechthin feiern
Oder anders: Während Hollywood auch dieses Jahr wie gewohnt Filesharer verklagte und den drohenden Ruin der Filmproduktion prophezeite, wenn nicht mit allen rechtlichen Mitteln gegen die eigene Kundschaft vorgegangen wird, fuhr man auf der anderen Seite ein Rekordergebnis ein, das so gar nicht zu den markigen Politschlagwörtern passt, mit denen man neue Gesetze herbeireden will. Im Vergleich zu 2008 konnte die Branche eine Milliarde Dollar mehr an den Kinokassen in den USA und Kanada einfahren und überschritt damit zum ersten Mal seit Bestehen der Filmindustrie die magische 10-Milliarden-Dollar-Grenze.
Gleichzeitig luden Millionen Filesharer weltweit ebenfalls mehr Filme herunter als jemals zuvor - oder betrachteten diese via Streaming direkt am Monitor. Einen Einfluss auf die Kassen der Studios besaß dies offensichtlich nicht - oder nur in dem Sinne, als dass man keine angenommenen Fantasiegewinnen als Grundlage nimmt.
Was aber natürlich kein Grund ist, nicht trotzdem auf die wachsende Bedrohung durch illegale Download hinzuweisen, wie jüngst die Lobby-Organisation Zukunft Kino Marketing (ZKM). Laut ZKM finden hierzulande mehr als 90 Prozent aller Urheberrechtsverletzungen im Hinblick auf Filmprodukte online statt. Als Plattformen nennt man in erster Linie Peer-to-Peer (P2P), weist aber darauf hin, dass sowohl der Zugriff auf Filehoster als auch auf Streaming-Angeboten stark zugenommen habe. Grundlage der Angaben ist eine Studie der Firma Ipoque.
Wenig überraschend sprach sich die ZKM deshalb auch für Internet-Zugangs-Sperren bei wiederholten Verstößen gegen das Urheberrecht aus. Entsprechende Regelungen seien laut ZKM wirkungsvoll, wie eine Studie des Londoner Unternehmens Entertainment Media Research belegen soll, die annimmt, dass nach einer schriftlichen Warnung durch ihren Internetprovider eine große Mehrheit Abstand vom Filesharing nehmen würde. Auch Schweden wird als Beispiel angeführt, wo am Tag des Inkrafttreten eines neuen Anti-Piraterie-Gesetzes der nationale Datenverkehr einbrach, laut ZKM von durchschnittlich 120 GBit/s auf 80 GBit/s. Allerdings vergaß man dabei zu erwähnen, dass der Einbruch nur sehr kurz andauerte und wenige Tage später bereits wieder absolet war.
[ub]
Link: Die Kopier-Top-Ten auf Chip.de
Erstellt am 22.12.2009
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